Fragen zur COVID-19-Impfung

Inzwischen sind auch in Deutschland Impfstoffe gegen das Coronavirus SARS-CoV-2 zugelassen. Hier stellen wir Ihnen einige Informationsquellen vor, über die Sie verlässliche und geprüfte Informationen zu zentralen Fragen finden.

     

Welche Impfstoffe gibt es und wie sollte geimpft werden?

Inzwischen (Stand Anfang Februar 2021) sind in Deutschland drei Impfstoffe gegen das Coronavirus zugelassen. Der Impfstoff Moderna (mRNA-1273) von Moderna Biotech, der Impfstoff Comirnaty (BNT162b2) von BioNtech / Pfizer und der Vektorimpfstoff AZD1222 (AstraZeneca).

Detaillierte Informationen zu den aktuell zugelassenen Corona-Impfstoffen bietet das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) auf seiner Seite www.gesundheitsinformation.de an. Hier finden Sie für jeden Impfstoff Antworten zu Fragen wie, für wen der Impfstoff zugelassen ist, wie die Impfstoffe untersucht wurden oder welche Nebenwirkungen auftraten. 

Fragen zur Durchführung der COVID-19-Impfung beantwortet das Robert Koch-Institut auf seiner Seite. Hier wird zum Beispiel geklärt, ob sich Menschen, die bereits eine Infektion mit dem Coronavirus überstanden haben, noch impfen lassen sollten und wie lang der Abstand zwischen den zwei Corona-Impfungen sein sollte. 

Wann wird wer geimpft und wie läuft die Terminvergabe?

Die Ständige Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut hat Empfehlungen zur COVID-19-Impfung erarbeitet, denn anfangs sind die Impfstoffe nur begrenzt verfügbar. Fragen zur STIKO-Impfempfehlung werden zum Beispiel auf den Seiten des Robert Koch-Instituts oder auch des Bundesministeriums für Gesundheit – Zusammen gegen Corona beantwortet.

Hier finden Sie die aktuellen STIKO-Empfehlungen zur COVID-19-Impfung. Informationen darüber, ob im Einzelfällen eine frühere Impfung möglich ist, liegen dem Allergieinformationsdienst nicht vor. Diese Frage müssten Sie bitte mit Ihrem Arzt/Ihre Ärztin besprechen.

Wie die Terminvergabe verläuft und wo geimpft wird, legt in Deutschland jedes Bundesland selbst fest. Auf der Seite der Patientenservices 116 117 hat die Kassenärztliche Bundesvereinigung Informationen und entsprechende Links der 16 Bundesländer zusammengestellt: Corona-Impfung: Was Sie wissen sollten - Impftermin vereinbaren

Ich habe eine Allergie - darf ich mich impfen lassen?

Wirkstoffe werden vor ihrer Zulassung in klinischen Studien in mehreren Studienphasenausgiebig geprüft. Die Sicherheit und die Analyse möglicher Nebenwirkungen steht besonders in der letzten Phase vor Zulassung, den Phase-III-Studien, im Vordergrund. Informationen zur Wirksamkeit und Sicherheit der neuen COVID-19-Impfstoffe stellen Fachbehörden des Bundes bereit. Auf ihren Seiten beantworten die offiziellen Stellen auch Fragen rund um Allergien im Zusammenhang mit der Impfung gegen COVID-19, so zum Beispiel: 

  • Was ist bei PatientInnen mit bekannten Allergien vor einer Impfung gegen COVID-19 zu beachten?
  • Wie hoch ist das Risiko allergischer Reaktionen nach Impfung mit den zugelassenen Impfstoffen?
  • Wie wird bei der Impfung mit anaphylaktischen Reaktionen umgegangen?

Die Antworten zu Fragen rund um "Sicherheit und Wirksamkeit" der Impfstoffe finden Sie hier: 

Patienteninformation zu Allergie und COVID-19-Impfung

Die Deutsche Gesellschaft für Allergologie und klinische Immunologie (DGAKI) hat in Zusammenarbeit mit anderen Fachgesellschaften eine Patienteninformation zu Allergie und COVID-19-Impfung herausgebracht: 

Patienteninformation zu Allergie und COVID-19-Impfung (PDF, 747 KB)

Die DGAKI weist in der Patienteninformation darauf hin, dass sich Betroffene an die DGAKI wenden dürfen, bei ihnen bereits folgendes bekannt ist:

  • Schwere allergische Reaktion bei einer früheren Nicht-COVID-19-Impfung
  • Schwere allergische Reaktion nach Medikamenteneinnahme (insbesondere Abführlösungen) oder -Injektionen
  • Schwere allergische Reaktion nach Arzneimitteln und bekannter Mastozytose
  • Schwere allergische Reaktion unbekannter Ursache

Die Kontaktdaten der DGAKI finden Sie in der Patienteninformation.

Wie werden Impfreaktionen und/oder Nebenwirkungen überwacht?

Neue Wirkstoffe werden auch nach der Zulassung fortlaufend überwacht. Von den Herstellern selbst, aber auch von unabhängigen Instituten auf nationaler und europäischer Ebene. In Deutschland werden Nebenwirkungen und Impfreaktionen zentral vom Paul-Ehrlich-Institut (PEI) erfasst. Bei Verdacht auf eine Nebenwirkung kann man dies dem PEI online melden. 

Das Paul-Ehrlich-Institut außerdem die Smartphone-App SafeVac 2.0 entwickelt, mit der Sicherheit und Verträglichkeit der COVID-19-Impfstoffe aktiv überwacht werden können. Nutzerinnen und Nutzer der App nehmen freiwillig an einer Beobachtungsstudie teil. Zu festgelegten Zeitpunkten werden sie über die App zu ihrem Gesundheitszustand befragt. So kann das Paul-Ehrlich-Institut nicht nur die Häufigkeit, Schwere und Dauer einer unerwünschten Reaktion ermitteln sondern auch herausfinden, wie hoch der Anteil der Personen ist, die die Impfung gut vertragen. Mehr zur App SafeVac 2.0.

Wie erfolgt die Zulassung der Impfstoffe?

Bereits knapp ein Jahr nach den ersten Fällen einer SARS-CoV-2-Infektion wurden erste Impfstoffe zugelassen - Warum konnte die Zulassung so schnell erfolgen und wie können diese neuen Impfstoffe gleichzeitig sicher sein?

Das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) ist als Bundesinstitut für Impfstoffe und biomedizinische Arzneimittel in Deutschland für die Zulassung von Impfstoffen zuständig und gibt auf seiner Internetseite umfassend Antwort auf viele Fragen rund um die Entwicklung und Zulassung der neuen COVID-19-Impfstoffe.

Was versteht man unter mRNA-Impfstoffen?

Zwei der derzeit in Deutschland zugelassenen COVID-19-Impfstoffe sind sogenannte mRNA-Impfstoffe. Anstatt dem Körper mit der Impfung abgetötete, beziehungsweise stark abgeschwächte Erreger oder deren Bestandteile zuzuführen, nutzt man hier also seine mRNA.

RNA (Ribonukleinsäure) ist eines der wichtigsten Biomoleküle des Lebens, denn sie enthält, wie auch die DNA, Informationen des Erbguts.

mRNA steht für den englischen Begriff "messenger RNA" und ist eine von verschiedenen Formen der RNA. Man kann sie auch als Boten-RNA bezeichnen und auch unser Körper nutzt diese Boten-RNA für seine Prozesse.  Jedes der winzigen mRNA-Moleküle enthält den Bauplan für einen spezifischen Eiweißstoff (Protein). In den Körperzellen können bestimmte molekulare Faktoren diese Baupläne lesen und so die entsprechenden Eiweißstoffe herstellen. Die mRNA selbst ist relativ instabil, sodass sie ganz natürlich bereits nach kurzer Zeit wieder vom Körper abgebaut wird und verschwindet.

Die neuen mRNA-Impfstoffe nutzen diese natürlichen Abläufe: Die neuen Impfstoffe enthalten die Baupläne (mRNA) für einen speziellen Eiweißstoff des Coronavirus, ein sogenanntes Antigen. Gelangt die mRNA nach der Impfung in unsere Zellen, nutzen diese ihre normalen Mechanismen um aus dem Bauplan das funktionslose Virusprotein herzustellen. Die weiteren Prozesse entsprechen den bekannten Vorgängen, die bei einer Impfung mit aktiver Immunisierung ablaufen: Der Körper erkennt die hergestellten Virus-Proteine als „fremd“ und löst eine Immunreaktion aus, bei der Antikörper gegen das Virusprotein und damit das Virus gebildet werden. So ist das Immunsystem anschließend auf einen eventuellen Kontakt mit dem Coronavirus bereits gut vorbereitet, und kann eine Infektion schon im Ansatz bekämpfen.

In ihrem Wissenschaftscomic „KLAR SOWEIT? #80 Wie funktioniert eigentlich… eine RNA-Impfung?“ beschreibt die Helmholtz Gemeinschaft die Funktionsweise eines mRNA-Impfstoffes und erklärt darin auch, warum man keine Angst um sein eigenes Erbgut haben muss.

Allgemeine Informationen zum Thema Impfen finden Sie zum Beispiel beim Lungenfinformationsdienst des Helmholtz Zentrums München

Weitere Informationen zum Prinzip der mRNA-Impfstoffe:

Weitere Informationen

Quellen:

  • Robert Koch-Institut (RKI)
  • Bundesministerium für Gesundheit (BMG): Zusammen gegen Corona
  • Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA): Infektionsschutz.de
  • Paul-Ehrlich-Institut (PEI)
  • Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG): gesundheitsinformation.de
  • Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren

Letzte Aktualisierung: 01.02.2021