Hauttests zur Allergie-Diagnose

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Pricktest zur Diagnose von Allergien des Soforttyps Typ 1

Der nächste Schritt in der Allergiediagnostik nach der Anamnese ist häufig ein Hauttest. Dieser sollte nur auf gesunder Haut durchgeführt werden. In Abhängigkeit von der Art der (vermuteten) allergischen Reaktion unterscheidet man im Wesentlichen zwei Gruppen von Hauttests:

  • Abklärung von Soforttyp-Allergien (Typ I), deren Symptome rasch innerhalb von Minuten oder maximal zwei Stunden auftreten: zumeist mittels Pricktest, seltener Intrakutan- oder Reibtest
  • Abklärung von Kontaktallergien oder Spättypallergien (Typ IV), bei denen sich die Symptome frühestens nach vielen Stunden, eher nach ein bis zwei Tagen bemerkbar machen: Epikutantest

Für die Hauttests werden in der Regel kommerziell erhältliche Testlösungen verwendet, die sich zur Diagnostik bewährt haben. Manche Stoffe, beispielsweise Nahrungsmittel oder Kosmetika können auch direkt (nativ) an der Haut getestet werden.

Bei akuten Hautveränderungen können Hauttests in der Regel nicht durchgeführt werden. Ähnliches gilt bei Verdacht auf eine Soforttyp-Allergie, wenn die zu testende Person Medikamente gegen Allergien, insbesondere Antihistaminika innerlich einnimmt. Erst nach einigen Tagen Einnahmepause macht ein Hauttest wieder Sinn.

Gut zu wissen:

Bei Hautveränderungen an der Teststelle, akuten allergischen Erkrankungen oder wenn die Testperson Medikamente gegen Allergien einnimmt, sind Haut- und Provokationstests in der Regel nicht durchführbar.

Der Pricktest

Der Pricktest (von englisch „to prick“ = stechen) ist der Standardtest bei Verdacht auf Allergien vom Soforttyp (Typ I). Dazu zählen allergischer Schnupfen (allergische Rhinitis), allergisches Asthma bronchiale, Nahrungsmittelallergien oder Insektengiftallergien.

Beim Pricktest werden kleine Tropfen von Allergenlösungen auf die Haut (am Unterarm oder Rücken) aufgetragen. Anschließend wird mit einer Nadel oder Lanzette oberflächlich durch den Tropfen in die Haut gestochen. Nach 15 bis 20 Minuten kann das Ergebnis abgelesen werden. Der Pricktest mit routinemäßig eingesetzten Testsubstanzen gilt als sicher und kann keine neuen Allergien verursachen.

Eine „positive“, das heißt allergische Reaktion der Haut zeigt sich innerhalb weniger Minuten in Form einer Rötung und einer Quaddel (juckende, rundliche Hauterhebung) rund um die Einstichstelle. Anhand der Größe dieser Quaddel wird das Ausmaß der Reaktion bestimmt und der Durchmesser (in Millimeter) auf dem Testbogen festgehalten. Quaddeln ab 3 mm Durchmesser zeigen eine erhöhte Allergiebereitschaft an, der Fachbegriff lautet "Sensibilisierung". Nur bei zughörigen Symptomen spricht man von Allergie.

Zu jedem Test gehören zwei Kontrollen: eine Positivkontrolle mit Histamin, die in jedem Fall eine positive Reaktion auslösen sollte, und eine Negativkontrolle mit einer dem Körper angepassten (physiologischen) Kochsalzlösung, bei der es normalerweise zu keiner positiven Reaktion kommen darf. Diese Kontrollen verraten, ob der Test grundsätzlich auswertbar ist, und sind wichtig zum Vergleich mit den übrigen Testreaktionen.

Eine Abwandlung ist der sogenannte Prick-Prick ("prick-to-prick")-Test: Hierbei wird keine fertige Testlösung verwendet, sondern der vermutlich Allergie-auslösende Stoff selbst. Man spricht auch von einem „nativen“ (natürlich beschaffenen) Allergen. Zumeist handelt es sich um Lebensmittel (z. B. rohes Obst). Dabei wird die Pricknadel zuerst in das zu testende Lebensmittel eingestochen und anschließend in die Haut geprickt. 

Video: Wie wird eine Allergie festgestellt?

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Gut zu wissen:

Der Pricktest gibt Hinweise auf eine Allergie vom Soforttyp, das heißt er zeigt eine erhöhte Allergiebereitschaft (Sensibilisierung) gegenüber Allergenen aus der Luft, Insektengift oder Nahrungsmitteln an. Wichtige Regel: Positive Ergebnisse entsprechen nur bei zugehörigen Beschwerden einer wirklichen Allergie. 

Der Intrakutantest

Etwas aufwändiger, aber empfindlicher als der Pricktest ist der Intrakutantest. Dabei wird die Testlösung mit einer feinen Kanüle oberflächlich in die Haut gespritzt (genau genommen in die Lederhaut, d.h. die mittlere Hautschicht). Wie beim Pricktest wird das Ergebnis nach 20 Minuten abgelesen.

Die aufwändige und kostspielige Herstellung und Kontrolle der Testlösungen hat die Hersteller veranlasst, in den letzten Jahren viele Präparate vom Markt zu nehmen. Somit wird der Intrakutantest nur noch bei bestimmten Fragestellungen durchgeführt, beispielsweise bei Verdacht auf Insektengiftallergie, oder wenn der Pricktest (z. B. mit Medikamenten) kein eindeutiges Ergebnis liefert.

Insbesondere zur Abklärung einer Insektengiftallergie wird die Testlösung oft in unterschiedlichen Verdünnungsstufen eingesetzt, wobei man die Allergenkonzentrationen schrittweise steigert.

Der Reibtest

Manchmal kann alleine der Kontakt der Haut mit einem allergenhaltigen Stoff ausreichen, um eine Reaktion auszulösen. Um dies zu überprüfen, wird der verdächtige Stoff in die Haut eingerieben, damit er über die Haarwurzeln eindringen kann. Die Hautreaktion wird nach 20 Minuten beurteilt.

Kurz erklärt:

Der Epikutantest gibt Hinweise auf eine Kontaktallergie gegenüber Stoffen, mit denen die Haut direkt und über längere Zeit in Kontakt kommt. 

Der Epikutantest

Der Epikutantest, auch als „Pflastertest“ bezeichnet, dient zur Abklärung einer Kontaktallergie (z. B. Nickelallergie). Diese entsteht durch direkten, längeren Hautkontakt mit dem auslösenden Stoff. Es handelt sich um eine allergische Reaktion vom Spättyp (Typ IV). Beim Epikutantest werden zumeist auf den Rücken spezielle Pflaster aufgeklebt, die die Testsubstanzen - meist in Vaseline verdünnt - in kleinen Aluminiumkammern enthalten. Die Pflaster müssen in der Regel ein bis zwei Tage auf der Haut verbleiben. Die erste Ablesung erfolgt bei Abnahme des Pflasters. Das endgültige Testergebnis wird erst ein bis zwei Tage nach Abnahme des Pflasters abgelesen, da die Reaktionszeit bei der Spättyp-Allergie bis zu 72 Stunden oder länger beträgt.

Für den Epikutantest stehen standardisierte Testsubstanzen zur Verfügung, die in Gruppen (Testreihen) zusammengefasst werden. Dabei gibt es eine so genannte Standardreihe mit den häufigsten Allergenen. Diese werden üblicherweise bei allen Patienten mit Verdacht auf Kontaktallergie getestet. In Ergänzung dazu stehen spezielle Testreihen zur Verfügung, die Allergene zu bestimmten Berufsgruppen (z. B Stoffe aus dem Friseurhandwerk, Baugewerbe oder medizinischen Bereich) oder gewissen Produkten (z. B. Kosmetika, Arzneimittel) enthalten. Die Zusammensetzung dieser Testreihen wird von Experten der Deutschen Kontaktallergie-Gruppe (DKG), die über viel Erfahrung auf diesem Gebiet verfügen, festgelegt und immer wieder neu angepasst. Darüber hinaus kann es manchmal notwendig sein, verdächtige Stoffe aus dem Alltag der Betroffenen (z. B. Hautpflegeprodukte, Arbeitsmaterialien) zu testen, die nicht als kommerzielle Testpräparation erhältlich sind. Solche von der Patientin/vom Patienten mitgebrachten Stoffe werden dann in der Praxis für den Epikutantest aufbereitet, wobei besonders „aggressive“ Stoffe verdünnt oder zunächst neutralisiert werden müssen. 

Video: Wie erkennt man Kontaktallergien?

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Der Photo-Patch-Test

Als Sonderform des Epikutantests dient der Photo-Patch-Test zur Abklärung einer Photokontaktallergie. Hierbei handelt es sich um eine Kontaktallergie, die durch zusätzliche Einwirkung von ultraviolettem (UV-)Licht entsteht.

Bei dem Test wird das Allergen auf die Haut aufgetragen, wo es für zirka 24 Stunden verbleibt. Anschließend wird das Testareal mit einem bestimmten Spektrum des UV-Lichts (UVA) bestrahlt.

Die Ablesung erfolgt nach zwei bis fünf Tagen sowie nochmals nach sieben Tagen, da photoallergische Reaktionen deutlich verzögert auftreten können. 

Letzte Aktualisierung: 30.07.2018 / Quellen
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Letzte Aktualisierung:
30.07.2018

Die hier aufgeführten Leitlinien und Aufsätze richten sich, so nicht ausdrücklich anders vermerkt, an Fachkreise. Ein Teil der hier angegebenen Aufsätze ist in englischer Sprache verfasst.

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