Labortests zur Allergie-Diagnose

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Bluttest zur Diagnose von Allergien des Soforttyps Typ 1.

Bei allergischen Erkrankungen, die auf einer Soforttyp-Reaktion beruhen, werden zumeist übermäßig viele IgE-Antikörper gebildet. Diese lassen sich bei den Betroffenen in erhöhten Konzentrationen im Blutserum nachweisen. Dazu muss Blut entnommen und im Labor untersucht werden.

Man kann die Gesamtmenge an IgE wie auch die spezifischen IgE-Antikörper messen, die gegen bestimmte Stoffe gerichtet sind. Hierbei lassen sich nicht nur die spezifischen IgE-Antikörper gegen Allergene in Bezug auf die Allergenquellen (z.B. Birkenpollen, Hausstaubmilben, Katze oder Erdnuss) bestimmen, sondern auch gegen sogenannte Allergeneinzelkomponenten (z.B. Bet v 1, Der p 1, Fel d 1, Ara h 1). Bei diesen handelt es sich zumeist um Proteine, also Eiweißmoleküle, die als molekulare Einzelbestandteile von Allergenquellen eine allergische Reaktion vom Soforttyp auslösen können. Sie spielen in der molekularen Allergiediagnostik eine bedeutende Rolle.

Gut zu wissen:

Die Konzentration des Gesamt-IgE kann nicht nur bei Allergien vom Soforttyp erhöht sein, sondern auch bei einer Reihe anderer Erkrankungen. 

Gesamt-IgE

Das Immunglobulin E (IgE) spielt eine wichtige Rolle bei allergischen Reaktionen vom Soforttyp (Typ I). Bei allergischen Erkrankungen wie Heuschnupfen, Neurodermitis (atopisches Ekzem) oder Asthma, aber auch bei Nahrungsmittelallergien ist die Gesamtmenge des IgE im Blutserum häufig (jedoch nicht immer) erhöht. Bei Neurodermitis ist das Gesamt-IgE häufig stark erhöht.

Das Testergebnis ist üblicherweise innerhalb von zwei bis sieben Tagen verfügbar. Der Normalwert für das Gesamt-IgE beträgt bei Erwachsenen und Kindern ab zehn Jahren bis 100 IU/ml (= internationale Einheiten pro Milliliter) Serum. Bei Kindern unter zehn Jahren gelten altersabhängig andere Werte. 

Gut zu wissen:

Die Bestimmung der IgE-Menge im Serum ist auch dann möglich, wenn Haut- oder Provokationstest nicht durchführbar sind. 

Allergenspezifisches IgE

Der Nachweis des spezifischen IgE im Serum liefert Hinweise auf eine erhöhte Allergiebereitschaft vom Soforttyp gegenüber ganz bestimmten Allergenen beziehungsweise Allergenkomponenten, wie etwa Gräserpollen oder Kuhmilch. Er dient zur Bestätigung der Ergebnisse des Hauttests, ist aber auch hilfreich, wenn der Hauttest nicht durchführbar oder nicht aussagekräftig genug ist.

Zudem ist die IgE-Bestimmung auch dann möglich, wenn Haut- oder Provokationstest – etwa wegen Hautveränderungen, anderen akuten Erkrankungen oder der Einnahme von Medikamenten gegen Allergien (Ausnahme: Anti-IgE-Antikörper) – nicht durchführbar sind.

Wegen historischer Bestimmungsmethoden aus den 1970er Jahren wird diese Laboruntersuchung auch heute noch manchmal als RAST (Radio-Allergo-Sorbent-Test unter Verwendung radioaktiver Substanzen) bezeichnet. Heutzutage werden als Weiterentwicklung des RAST andere Verfahren ohne Radioaktivität eingesetzt, die eine höhere Empfindlichkeit aufweisen.

Darüber hinaus gibt es eine Reihe weiterer Messverfahren zur Bestimmung der IgE-Spiegels, die individuell und abhängig vom Allergen sehr variabel sind. Die Menge der nachgewiesenen IgE-Antikörper wird auch in „Klassen“ angegeben (z.B. CAP-Klasse), die eine grobe Zuordnung von „negativ“ bis „stark positiv“ gestatten. 

Ein positives Ergebnis zeigt eine erhöhte Allergiebereitschaft an, die nur bei zugehörigen Beschwerden bedeutsam ist und dann einer Allergie entspricht. Ein negatives Ergebnis schließt eine Allergie(-bereitschaft) auf das betreffende Allergen meistens aus.

Letzte Aktualisierung: 10.03.2017 / Quellen
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10.03.2017
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