07. August 2018

Engpässe bei Notfall-Adrenalin

Menschen mit Allergien müssen sich auf einen Engpass von sogenannten Adrenalin-Autoinjektoren einstellen. Das berichten mehrere Medien in Übereinstimmung mit der entsprechenden Datenbank beim Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM). Besonders ungünstig ist der Zeitpunkt durch die einsetzende Wespen-Saison.

© Keith Frith/Fotolia

Das Adrenalin, auch Epinephrin genannt, ist das wichtigste Medikament zur Behandlung des anaphylaktischen Schocks. Es wird als Injektion in die Vene (intravenös, i.v.) oder in den Muskel (intramuskulär, i.m.) angewendet und wirkt sehr schnell.

Mittels einer Injektionshilfe (Autoinjektor) können sich Betroffene das Medikament auch selbst intramuskulär verabreichen. Ein solcher Adrenalin-Autoinjektor ist üblicherweise Bestandteil eines Notfallsets, das betroffene Personen mit Risiko für anaphylaktische Reaktionen immer mitführen sollten.

Aktuell bestehen allerdings Lieferengpässe, wie aus der Datenbank des BfArM hervorgeht. Ursächlich dafür sind wohl fehlende Zulieferungen durch Drittanbieter und Prozessänderungen beim Marktführer. Die daraus entstehenden Nachfragen können auch von den Anbietern alternativer Produkte nicht aufgefangen werden.

Notärzte besitzen noch Wirkstoffe

Allerdings sei zwischen einem Liefer- und einem Versorgungsengpass zu unterscheiden, so eine BfArM-Sprecherin gegenüber der deutschen Presseagentur (dpa). Es sei nicht so, dass es kein anderes Mittel auf dem Markt mehr gebe. Zudem besäßen Notärzte noch entsprechende Wirkstoffe, ergänzt der Vizepräsident der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände e. V. Mathias Arnold gegenüber dem MDR.

Besonders ungünstig ist der Zeitpunkt durch die einsetzende Wespen-Saison, wenngleich nicht nur Insektengift-Allergiker von einem anaphylaktischen Schock betroffen sein können. Zugleich ist aktuell auch das Medikament Celestamine knapp, wie unter anderem der BR berichtet. Laut Datenbank des BfArM sei hier bis Ende September mit einer Entspannung zu rechnen.

Personen mit entsprechendem Risiko sollten umso sorgfältiger den Allergenkontakt vermeiden (Allergenkarenz). Laut BfArM-Daten sollen die Engpässe bis spätestens Ende September behoben sein.

 

Quellen:
Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte: Gemeldete Lieferengpässe für Humanarzneimittel in Deutschland (ohne Impfstoffe). Letzte Abfrage 6. August 2018

Ärzteblatt.de: Autoinjektor gegen allergische Schocks: Lieferengpass kann nicht aufgefangen werden. Artikel vom 3. August 2018

MDR aktuell: Lieferengpass bei Notfallmedikamenten für Allergiker. Beitrag vom 3. August 2018

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