24. April 2018
Traditionelle chinesische Medizin

Helfen chinesische Kräuter bei allergischem Schnupfen?

Chinesische Kräutermedizin scheint die Lebensqualität von Menschen mit allergischer Rhinitis verbessern zu können. Darauf weist eine Übersichtsarbeit hin, in der Daten mehrerer Studien ausgewertet wurden. Hinsichtlich der Symptomverbesserung waren die Ergebnisse nicht eindeutig.

Foto mit getrockneten chinesischen Kräutern und Früchten - © Fotolia

© marilyn barbone/fotolia

Eine allergische Rhinitis wie sie insbesondere bei Heuschnupfen, Hausstaubmilbenallergie oder Tierhaarallergie auftritt, ist weit verbreitet und kann die Lebensqualität der Betroffenen erheblich beeinträchtigen. Sie ist mit Medikamenten in der Regel gut behandelbar.

Ob neben Standard-Medikamenten wie Antihistaminika und/oder Glukokortikoiden auch alternative Behandlungsverfahren etwa aus der traditionellen chinesischen Medizin (TCM) wirksam sind, untersuchte ein Team der Universität Peking. In China wird die traditionelle chinesische Kräutermedizin zur Behandlung der allergischen Rhinitis verbreitet eingesetzt. Bislang veröffentlichte Studien zeigten allerdings uneinheitliche Ergebnisse.

Einfluss auf Lebensqualität

Eine aktuelle Übersichtsarbeit (Metaanalyse) im Fachjournal ,Allergy, Asthma & Immunology Research‘ sollte hier mehr Klarheit bringen. Dazu wertete das Studienteam bis März 2017 veröffentlichte Daten von insgesamt zwölf randomisierten, kontrollierten Studien aus, in denen die Wirksamkeit von chinesischen Kräutern zumeist mit einem Scheinmedikament (Placebo), in einem Fall auch mit einem Antihistaminikum verglichen wurde. Die Studien erwiesen sich bezüglich Aufbau, Auswertungskriterien und Durchführung als sehr unterschiedlich, was Vergleiche und Auswertung der Daten erheblich erschwerte.

Trotz dieser Einschränkungen lassen die Ergebnisse auf eine gewisse Wirksamkeit der chinesischen Kräutermedizin schließen. Sechs Studien (326 beziehungsweise 232 mit chinesischen Kräutern beziehungsweise Kontrollmedikation behandelte Patienten), in denen Daten zur Lebensqualität der Patientinnen und Patienten ausgewertet wurden, wiesen darauf hin, dass die Behandlung mit chinesischen Kräutern im Vergleich zu Placebo zu einer deutlichen (statistisch signifikanten) Verbesserung der Lebensqualität führte. Die Bewertungen für typische Symptome der allergischen Rhinitis einschließlich juckende Nase und Niesen zeigten hingegen keine signifikanten Unterschiede zwischen Kräutermedizin und Kontrollen. Beim Symptom juckende Nase fiel der Unterschied zwar relativ groß aus, erfüllte jedoch knapp nicht mehr die Bedingung für ein statistisch signifikantes Ergebnis.

Die Autorinnen und Autoren der Arbeit kommentieren, dass die geringe Zahl und die großen Unterschiede der erfassten Studien die Aussagekraft der Analyse einschränken. Um das Potenzial der chinesischen Kräutermedizin in der Behandlung der allergischen Rhinitis besser beurteilen zu können, sind weitere, umfangreichere und gut geplante Studien über längere Beobachtungszeiträume erforderlich.

 

Quelle:

Zhang, X., et al.: Chinese herbal medicine to treat allergic rhinitis: evidence from a meta-analysis. In: Allergy Asthma Immunol Res 2018;10 (1): 34-42


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