03. April 2018
Neues zur „Allergiker-Karriere“

Kleinkinder mit Neurodermitis plus allergischer Sensibilisierung haben hohes Risiko für Asthma und Nahrungsmittelallergie

Kleinkinder mit Neurodermitis, bei denen bereits im ersten Lebensjahr eine Sensibilisierung auf häufige luftgetragene oder Nahrungsmittelallergene nachweisbar ist, haben ein hohes Risiko, bis zum Alter von drei Jahren allergisches Asthma bronchiale zu entwickeln. Dies zeigen Daten einer kanadischen Langzeitstudie. Die Studienergebnisse wurden im ,Journal of Allergy and Clinical Immunology‘ veröffentlicht.

Foto von Kleinkind mit Neurodermitis

© SkyLine/fotolia

Die „Allergiker-Karriere“, auch bezeichnet als „atopischer Marsch“, beschreibt die fortschreitende Entwicklung von einer Neurodermitis (atopisches Ekzem) im frühen Kindesalter zum Asthma bronchiale und allergischer Rhinitis in der späteren Kindheit. Eine über einen längeren Zeitraum durchgeführte Bevölkerungsstudie aus Kanada untersuchte, ob bei Einjährigen mit Neurodermitis und gleichzeitiger allergischer Sensibilisierung das Risiko erhöht ist, bis zum Alter von drei Jahren eine dieser allergischen Erkrankungen zu entwickeln.

Dazu führte man bei Kleinkindern im Alter von einem Jahr einen Pricktest mit zehn ausgewählten luftgetragenen und Nahrungsmittelallergenen durch, um festzustellen, ob sie auf diese Allergene sensibilisiert waren. Zudem wurde geprüft, ob die Kinder von einer Neurodermitis betroffen waren. Im Alter von drei Jahren wurden die Kinder erneut untersucht, um herauszufinden, ob sich mittlerweile ein allergisches Asthma, eine allergische Rhinitis, eine Nahrungsmittelallergie und/oder eine Neurodermitis entwickelt hatte.

Unter den insgesamt 2.311 Kindern, von denen Daten verfügbar waren, litten beim ersten Untersuchungstermin 265 (12 Prozent) an einer Neurodermitis. 252 (11 Prozent) zeigten eine Sensibilisierung auf mindestens ein Nahrungsmittelallergen und 95 (4 Prozent) auf mindestens ein Inhalationsallergen. Bei den Nahrungsmittelallergenen ließ sich am häufigsten eine Sensibilisierung auf Hühnereiweiß nachweisen, gefolgt von Erdnuss und Kuhmilch. Beim zweiten Untersuchungstermin wurden die verschiedenen Gruppen hinsichtlich des Auftretens weiterer allergischer Erkrankungen miteinander verglichen.  

Demnach ging eine Neurodermitis ohne allergische Sensibilisierung im ersten Lebensjahr nicht mit einem erhöhten Risiko für Asthma im Alter von drei Jahren einher. Kinder, die bereits an einer Neurodermitis erkrankt und gleichzeitig gegen mindestens ein Allergen sensibilisiert waren, hatten hingegen ein deutlich erhöhtes Risiko für allergisches Asthma bronchiale und Nahrungsmittelallergie. Der deutlichste Zusammenhang zeigte sich für das Asthmarisiko, das um mehr als das 7-Fache erhöht war.

 

Quelle:

Maxwell, M., et al. Predicting the atopic march: Results from the Canadian Healthy Infant Longitudinal Development Study. In: J Allergy Clin Immunol 2018; 141: 601-7.

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